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Der Masterplan 2020 wurde verabschiedet und jetzt wissen wir, zumindest grob, was „uns“ ab 2020 erwartet. Was ist der Masterplan eigentlich? Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist eine Reform des Studienganges Medizin in Deutschland. Er beinhaltet Punkte die das Vergabeverfahren, den Studienaufbau, Prüfungen im Studium und das PJ betreffen. Zudem soll die Allgemeinmedizin gestärkt werden. Jetzt ist es an den Fakultäten und den Bundesländern diese Punkte sinnvoll umzusetzen. Am Ende unserer Zusammenfassung ist ein Link zum kompletten Papier.

Was wird sich in Zukunft ändern:

  1. Das Vergabeverfahren:
    1. Hier wird weiterhin die Abiturnote als wichtiger Faktor gelten
    2. Zusätzlich weitere Kriterien aus den sozial-/praktischen Fähigkeiten die eine Eignung für den Arztberuf erkennen lassen
    3. Berufliche- und Praktische Qualifikationen rücken in den Vordergrund
    4. Die Bundesländer können in Zukunft 10% der Studienplätze für diejenigen vergeben die sich verpflichten nach dem Studium in landärztliche Tätigkeit zu gehen. Das Saarland sieht darin nach bisherigem Kenntnisstand eine Option.
  2. Prüfungen im Studium:
    1. Die Prüfungen sollen praktischer werden. Dazu soll das IMPP den Nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalog heran ziehen und für praktische Prüfungen standardisierte Checklisten erarbeiten
    2. Das erste Staatsexamen soll in Zukunft mit einer schriftlichen Prüfung nach 4 Semestern und einer mündlich-praktischen Prüfung nach 6 Semestern abgeschlossen sein à Ihr fragt euch wie das gehen soll? Die Antwort lautet: eine Verzahnung von vorklinisch-theoretischem Wissen und klinischem Wissen. Dies bedeutet auch, dass die klassische Vorklinik-Klinik-Einteilung in Zukunft wegfallen wird. Wie es schon in den Modellstudiengängen praktiziert wird.
    3. Das zweite Staatsexamen weiter schriftlich mit einem verstärktem Fokus auf Allgemeinmedizin und Fallfragen
    4. universitärer Leistungsnachweis in Form einer „Objective Structured Clinical Examination“ (OSCE) zwischen dem zweiten Teil des ersten und dem zweiten Staatsexamen
    5. Das dritte Staatsexamen wird Anamnese und körperliche Untersuchung unter Aufsicht mit sich bringen (hier wieder mit standardisierten Checklisten) plus eine „Fragerunde“ am zweiten Tag zu Chirurgie, Innere, Allgemeinmedizin und Wahlfach
  3. PJ
    1. Aus den Tertialen werden 12-wöchige Quartale
    2. Innere, Chirurgie plus zwei freie Fächer. Ist keins davon Allgemeinmedizin wird per Losverfahren entschieden welches von den beiden durch diese ersetzt wird. Das zweite wird automatisch zum vierten Prüfungsfach
    3. Die Arbeits- und Lernbedingungen in einem neu auszugestaltenden PJ sollen verbessert werden. Als Möglichkeit nennt der Masterplan „z. B. […]die Vorgabe verbindlicher Lernzeiten“
  4. Stärkung der Allgemeinmedizin:
    1. Einrichtung von Lehrstühlen
    2. Mehr Lehr- und Forschungspraxen Allgemeinmedizin
    3. Verpflichtende Prüfung in Allgemeinmedizin
    4. Praktische Einbindung der Allgemeinmedizin ins Studium durch Praxistage oder ähnliches. Hier könnte evtl. die verpflichtende Allgemeinmedizin-Famulatur wegfallen, wenn die Ausbildung ins Studium verlegt wird
    5. Famulaturen und Praxistage in landärztlichen Praxen: Studenten sollen bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung unterstützt werden, wobei hier die Finanzierung noch hinkt und laufende Programme genutzt werden sollen
  5. Lehre:
    1. Die Lehre soll insgesamt weniger theoretisch sondern mehr kompetenz- und praxisorientiert werden
    2. Redundanzen sollen wegfallen, der Lehrstoff reduziert und komprimiert werden
    3. Generell stehen die ärztlichen Fähigkeiten, die Kommunikativen Fähigkeiten zur Ausbildung einer guten Arzt-Patienten-Beziehung im Fokus der neuen Lehre
    4. „Die Anzahl der im Studium zu erbringenden Leistungsnachweise für Fächer und Querschnittsbereiche und die Notenpflicht werden überprüft“
    5. Die Lehre soll fächerübergreifender ausgestaltet werden, was hier nicht die klinischen Fächer bedeutet sondern ein interdisziplinärer Unterricht mit anderen Gesundheitsfachberufen und Studiengängen
    6. Ein Punkt betrifft die Lehrenden direkt. Diese sollen in Zukunft ihre Befähigung zu lehren nachweisen.
    7. Hier ist der Link zum verabschiedeten Plan. Ihr findet auf der Seite zum einen das Dokument des Bundesgesundheitsministeriums und eine Pressemitteilung der bvmd zu den einzelnen Punkten:

https://www.bvmd.de/aktiv-werden/aktuelle-meldungen/meldung/der-masterplan-medizinstudium-2020-ist-da/

Wir hoffen, dass wir euch so einen kleinen Einblick gewähren konnten und ihr etwas schlauer seid als vorher. Bei der Gestaltung und Umsetzung des Masterplan Medizinstudiums ist eine ausgewogene und vielschichtige Darstellung der Sichtweise auf den Masterplan stets wichtig. Bei dem im Koalitionsvertrag der großen Koalition von CDU und SPD stehenden Masterplan ist es uns wichtig, dass die Meinung von uns Studierenden Gehör/Einfluss finden sollte. Als Studierende sind wir vertraut mit den Lehr- und Lernbedingungen. Studierende müssen mitgestalten können, wenn es um die Reform ihres Studienganges geht. Wer kennt das Studium mit all seinen Facetten besser, als diejenigen, die tagtäglich unmittelbar Teil des Hochschulalltages sind! Wir haben bereits einen Gesprächstermin mit dem Staatsekretär im Gesundheitsministerium um darauf hin zu wirken. Die studentischen Vertreter in der Studienkommission der Fakultät sind ebenso an der Umsetzung beteiligt.

Du findest dieses Thema spannend und möchtest auch deinen Senf dazu abgeben? Gerne involvieren wir dich in die Arbeit, die in den nächsten Jahren ansteht. Melde dich bei uns persönlich oder gerne kannst du an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben oder du kommentierst in gepflegter Manier unseren Post.

Euer Fachschaftsrat

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